Abgrenzung zu Psychotherapie, Beratung, Training

Im Coaching steht die Prozessunterstützung innerhalb der Eigenverantwortung des/der Coachee im Vordergrund. Weder besteht eine Heilungsabsicht, noch ist Coaching identisch mit Beratung (das Expertenwissen voraussetzt und konkrete Verbesserungsvorschläge beinhaltet) oder Training (in dem bestimmte Handlungen nach Anleitung eines Trainers wiederholt geübt werden).

 

 

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Der Weg ist das Ziel

Das Coaching ist in meinem Verständnis eine Prozessunterstützung und Begleitung für die Schritte des Coachee, wobei diese/r die Schritte in Eigenverantwortung geht. Mit der Anwendung bestimmter Interventionen (oder sog. Tools) wird das Auf-den-Weg-Bringen des Coachees unterstützt. Hier steht mehr im Vordergrund, was alles auf dem Weg zum Ziel an neuen Erkenntnissen und Erfahrungen gesammelt werden kann, als die Punktlandung beim Erreichen eines konkreten Zieles. Mit Blick auf die vielfältigen Bedingungen eines Systems kann nach systemisch-konstruktivistischer Sicht ein gestern benanntes Ziel heute nicht mehr dasselbe sein. Insofern ist insbesondere der Weg zu einem gesetzten Ziel das eigentliche Ziel.


Coaching in Abgrenzung zur Psychotherapie

Bei manchen Fragestellungen oder auch bei der Anwendung mancher Übungen kann es passieren, dass man sich der Grenze zur (Psycho-)Therapie nähert. Doch im Gegensatz zu medizinisch-therapeutischen Verfahren gibt es im Coaching kein Heilungsversprechen. Es werden auch keine medizinische Diagnosen oder Befunde erstellt. Trotzdem (oder gerade deshalb) bedarf es in den Coaching-Stunden einer besonderen Aufmerksamkeit, ob ggf. externe medizinische Hilfe zusätzlich oder zunächst in Anspruch genommen werden sollte.


Coaching in Abgrenzung zur Beratung

Coaching ist keine Beratung. In einer Beratung darf fachliche Expertise vorausgesetzt werden, die dann in Empfehlungen zur Prozess- und Ergebnisverbesserung führen. Nach einer Beratung wird vorausgesetzt, dass die Ergebnisse auch entsprechend dieser Beratung umgesetzt werden. Im Coaching wird der/die Coachee als Experte im eigenen System angesehen, und die Begleitung in den Prozessen steht, wie schon beschrieben, im Vordergrund. Dennoch ist es möglich, dass in einem Coaching ein Wissensvorsprung von mir als Coachin dazu genutzt wird, meine Expertise zu schildern. Möglicherweise werde ich auch Empfehlungen aussprechen. Diese Empfehlungen sind dann eher als Impulse zu sehen, und der/die Coachee hat die freie Wahl im Umgang mit diesen Empfehlungen.


Coaching in Abgrenzung zum Training

Coaching ist auch kein Training. Im Training legt der Trainer Art und Umfang der Handlungen fest. Charakteristisch ist im Training das wiederholte Üben bestimmter Handlungen. Doch auch hier sind die Übergänge fließend. Es kann also auch Ergebnis einer Coaching-Stunde sein, dass im Heimatsystem ein bestimmtes Verhalten absichtlich geübt und wiederholt werden soll, damit sich die Verhaltensänderung nach und nach einprägt und zur Gewohnheit wird.