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Chinesische Schriftzeichen für "Himmel-und-Erde-verbinden" aus dem Google-Übersetzer

Himmel-und-Erde-verbinden - Qigong-Kurzprogramm

Die Form an sich und ihre allgemeine Wirkung

Das Kurzprogramm ist eine Zusammenstellung von Übungen aus dem Übungssystem Qigong Yangsheng von Prof. Jiao. Ich habe hier sechs Übungen ausgewählt (aus den 15 Ausdrucksformen, den 8 Brokaten und dem Spiel der 5 Tiere), die sehr schnell von Ungeübten erfasst und praktiziert werden können. Die Übungen habe ich insofern noch vereinfacht, als sie im Stand und am Platz, also ohne die typischen Schritte nach links und rechts, praktiziert werden, um sie noch einfacher zu gestalten. Sie sind als eine Art "Schnupperangebot" gedacht, als "Erste-Hilfe" in Veränderungs- und Verlustsituationen, in denen der dringende Wunsch aufkeimt, sofort mit etwas "Sinnvollem" zu starten, das stärken und entspannen möge. Wenn sich später herausstellt, dass Qigong zukünftig zum Leben dazugehören soll, ist das Üben in der Gruppe mit einer erfahrenen Qigong-Leitung sehr von Vorteil.

 

Die Form ist für Menschen gedacht, die sich in einer Krisensituation befinden, in einer Phase, in der das eigene Bewegen umso wichtiger wird, wenn z.B. die Perspektive aktuell ausweglos zu sein scheint, die Herausforderung kaum zu bestehen, eine Anpassung an die bestehende Situation vielleicht noch nicht möglich scheint. In solchen Momenten helfen Angebote, die die Aufmerksamkeit mehr nach innen lenken, gleichzeitig aber, anders als bei einer Meditation im Liegen, die möglicherweise bestehende innere Unruhe durch aktive äußere Bewegung mildern können. Doch gerade in solchen Situationen mag man sofort Erfolgserlebnisse haben, nicht erst nach dem Aneignen einer bestimmten Methode in drei Jahren... Daher sind die Übungen auf ein 25-Minuten-Programm reduziert und besonders einfach gehalten, um eine schnelle Unterstützung liefern zu können.

 

Im Spiel der 5 Tiere macht man sich in den insgesamt 25 Übungen die Eigenschaften der Tiere zu eigen, wird in der Vorstellung beim Üben so weit möglich zu diesem Tier bzw. zu dieser Eigenschaft: z.B. geht man in die Vorstellung der Kraft, Selbstsicherheit und Erdgebundenheit eines Bären oder in die Leichtigkeit, die Gelassenheit und den Weitblick (aus der Vogelperspektive) eines Kranichs. (Jede*r kann sich natürlich noch ganz andere, für die Situation förderliche Eigenschaften einfallen lassen.) Neben diesen beiden Tieren, die zwei der Übungen ausmachen, sind auch die anderen vier Übungen mit positiven Eigenschaften und Gefühlen bzw. positiven Sätzen (sog. Affirmationen) versehen, um sich im Sinne der Selbstfürsorge durch das regelmäßige Praktizieren dieser Übungen mehr und mehr von diesen Eigen-schaften, die möglicherweise in der Krisensituation verloren zu sein scheinen, wieder zurückzuholen. 

 

Warum Himmel-und-Erde-verbinden?

Es gibt auf Internetseiten leicht auffindbar ein "Himmel-und-Erde-Qigong" (Tiandi Qigong). Meine Übungssequenz und auch der Titel haben damit nichts zu tun.  Die Bezeichnung geht auf den 3. Brokaten der 8 Brokate zurück: Einen Arm heben, um Magen und Milz zu regulieren. Die dazugehörige Ruhehaltung hat hier sogar einen eigenen Namen: Den Himmel stützen und die Erde stemmen. Mein erster Lehrer, Kurt Oehlschläger, nannte die Übung um in Himmel und Erde verbinden, um Magen und Milz zu stärken . So sage auch ich seit Jahren diese Übung an, die übrigens sehr treffend auch zum Kurzprogramm gehört. Warum treffend? Zu Veränderungs- und Verlustsituationen gehört unweigerlich auch der Tod eines geliebten Menschen. "Ich bin hier, du bist da. Ich bin sichtbar, du nicht mehr." Aus meiner Sicht kommt dies gut in den Bildern von Erde und Himmel zum Ausdruck.

 

Meine Art, das Kurzprogramm zu unterrichten:

Interessierte können in wenigen Unterrichtsstunden die Übungen im Groben erlernen und mittels Foto- und Text-Anleitungen sowie einem Video zu Hause sofort anfangen zu praktizieren. 25 Minuten lassen sich am Tag meist leicht einbauen. Gut ist es, wenn diese Übungen zu einer Routine wie das Zähneputzen werden, denn erst das regelmäßige Üben kann seine positiven Effekte auf Körper und Geist entfalten, den Energiefluss wieder oder besser in Bewegung bringen. In einer Zeit der Krise, der Veränderung oder der Unsicherheit können sich diese 25 Minuten zu einem Refugium entwickeln, zu einem sicheren Ort, denn: Ich weiß in dem Moment des Übens genau, wie ich meinen Arm zu heben habe und kann ganz im Spüren dieser vertrauten und schon mehrfach wiederholten Bewegung versinken, in mir selbst ankommen, das Außen vorübergehend ausschalten. Somit kann dieses Kurzprogramm zu einer kleinen Auszeit werden.

 

Das Kurzprogramm habe ich im Rahmen meiner Abschluss-Arbeit in meiner Ausbildung zur Diplom-Kursleiterin im Qigong Yangsheng entwickelt. Es gehört ein sehr umfangreicher theoretischer Teil dazu, der sich unter anderem mit Verlustprozessen, mit der Philosophie der Traditionellen Chinesischen Medizin, der Wirkungsweise des Qigong an sich und des Qigong Yangsheng im Besonderen beschäftigt. Um die Übungen zu praktizieren, braucht man diese Informationen nicht. Doch in besagten Prozessen gibt es auch Momente, wo neues Wissen als Bereicherung, als wegweisend in neue Lebensabschnitte verstanden wird. Dann kann auch der theoretische Teil hilfreich sein. Die Veröffentlichung dieses Werkes steht noch aus.